Immer wieder diese Flüchtlinge!

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Eben habe ich mir ein Eis geleistet. Drei Kugeln Waldmeister. Hat mich drei Euro dreißig gekostet.
Vor mir stand ein Flüchtling. Der kam auch vor mir dran, obwohl er ja nur Gast ist und ich ein Einheimischer. Aber daran  haben wir uns ja schon gewöhnt und wahrscheinlich darf man so erwas auch gar nicht mehr sagen.

Vier Kugeln!
Da flüchtet einer angeblich aus Syrien und das angeblich wegen des angeblichen Krieges dort. Ja, ja. Kennt man ja. Sicher kommt der in Wirklichkeit aus Tunesien und ist wirklich auf der Flucht — aber vor dem Staatsanwalt, falls die Araber sowas überhaupt haben.
Nun steht der dort untätig auf dem Bürgersteig (sind Flüchtlinge eigentlich Bürger?) im Weg herum und schleckt sein Eis. Nun ja, sein Eis! In Wirklichkeit haben wir das ja finanziert! Er schleckt also und ich zähle die Kugeln nach: Vier Stück!

Destruktivismus greift um sich
Ich kann mir gerade drei Kugeln leisten und damit begnüge ich mich auch. Zudem fördere ich durch mein Kaufverhalten einheimische Geschmacksrichtungen: Waldmeister!
Nicht so dieser nordafrikanische Intensivtäter — der macht es nicht unter vier Kugeln! Dazu noch alles verschiedene Sorten und nicht eine Einzige ist einheimisch, wie zum Beispiel Vanille, Zitrone oder Banane. Nein —  der futtert Tiramieso, Strattiontellara und anderes ausländisches Zeug, Sachen die ich nicht einmal kenne!

Wichtiges bleibt liegen
So steht der da so rum. Öffentlich, ungeniert, keiner Schuld bewusst. Währenddessen geht es in Deutschland drunter und drüber, aber er rührt keinen Finger!
Dabei hätte er sich nützlich machen können. Ich habe siebenundzwanzig Zigarettenstummel an der Haltestelle gezählt. Direkt an der Eisdiele. Aber nichts da, dafür ist sich der Herr zu fein, das müssen einheimische wegmachen. Oder die neuen Flüchtlingscontainer! Mal mit aufbauen, damit es schneller geht. Fehlanzeige!

Wenn ich zu sagen hätte
Gut, schnell ging es ja mit den Containern. Auf jeden Fall viel schneller als die Verhandlungen um dem Wegfall eines Trafohäuschens. Das muss weg, damit endlich ein Edeka nach Longerich kommt. Darauf warten wir alle sehnsüchtig. Ein ganzes Jahr dauerte das. Ein Jahr! Und die Containerstadt für die angeblichen Flüchtlinge war im Nu fertig. Ist ja auch wichtiger.
Wenn ich nur daran denke, wie die dann alle im brandneuen Edeka einkaufen — nein, ich will gar nicht daran denken. Wenn ich zu sagen hätte — aber ich bin ja wehrlos!

———
Bild: Eisverkäufer in Rom. Stich von Secondo Bianchi, etwa 1820. ©: PD.

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