KVB mal wieder

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Da gibt es schöne neue Fahrkartenautomaten bei der KVB. Man kann erstmals sogar Monatskarten erwerben, wenn man viel, sehr viel Kleingeld hat oder mit Bankkarte zahlen möchte.
Scheinwelt
Scheine nimmt das Ding natürlich nicht an. Warum natürlich? Es gibt einen Grund dafür, den man durchaus zwingend nennen kann: Bevölkerung und Stadtrat wollen bzw. beschließen, dass Scheine angenommen werden. Aber die KVB hat einen Ruf zu verlieren! Wünsche der Bürger! Wo kämen wir da hin! Beschlüsse des Stadtrates — also wirklich!
Entgegen einer weitverbreiteten Behauptung wurde die KVB damals nicht allein deshalb in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, damit dich gewisse Herren einen schönen Aufsichtsratsposten sichern können. Nein! Es gab noch einen wichtigen Vorteil, denn in einer Aktiengesellschaft hat der Eigentümer, hier also die Stadt Köln, keinen direkten Einfluss auf die Geschäftsführung und kann sich somit seine Hände in Unschuld waschen.
Service-Oase
Aber immerhin erscheint jetzt auf dem Fahrschein ein 2D-Code, so ähnlich wie ein QR-Code. Damit kann man dann die gleiche Karte später wieder kaufen, man muss nur den Code vor das Lesegerät halten. Prima Idee und sicher der blühendeste Teil der Oase. Aber wie das so ist, einen Schritt weiter betritt der geneigte Fahrgast die Wüste.
Menschen bewegen…
Der Leitspruch bezieht sich hier wohl auf die Tatsache, dass die Nummer der Monatskarte immer noch von Hand eingetragen werden muss. Nicht, dass der Automat einmal die Nummer abfragen würde um sie dann mittels des 2D-Codes  beim nächsten Mal wieder einzuscannen. Nö — das widerspräche der Servicestrategie der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Man will Menschen bewegen und wenn es auch nur dazu, sich wohl zu fühlen, während sie nach dem Kugelschreiber kramen, versuchen, mit einem Auge die winzige Nummer auf der Stammkarte zu entziffern und in der ruckelnden Bahn fehlerfrei in die vorgesehenen Felder zu schreiben, während das andere Auge nach Fahrausweisprüfern Ausschau hält, die gerne mal olympische Rekorde brechen, wenn es gilt, sich in atemberaubender Geschwindigkeit auf verdächtige Fahrgäste zu werfen. Kontrolleure sind schließlich auch Menschen, die bewegt werden wollen.

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Bild: 1900 (Köln, Kölnisches Stadtmuseum. (Foto: ©
Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_mf093827)

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Ein Kommentar

  1. Bargeld ist sowas von 20. Jahrhundert. In Breslau und vielen anderen Städten nehmen die Automaten nur noch Karten an. In den Niederlanden ist der ÖV auch weitestgehend bargeldlos. Ich verstehe nicht, wieso die Deutschen so vehement in der Steinzeit verbleiben wollen.

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